Experten im Münchner Merkur/TZ: „Je mehr Wohnraum man schafft, desto mehr ziehen nach.“

Interessanter Artikel im MM und TZ (23.10.2020): Stadtflucht durch Corona: Wie die Pandemie den Immobilienmarkt verändert. Angesichts von Pandemie und dem daraus entstandenen Trend zum Homeoffice stelle sich für Arbeitnehmer die Frage: Wieso sich nicht dauerhaft im Umland oder sogar ganz auf dem Land niederlassen? Der Nachteil: Wohnraumverknappung auch im weiteren Umland.

Die Alteingesessenen treten in Konkurrenz mit den Zuzüglern“, erklärt Stephan Kippes. Neben einer Professur für Immobilienmarketing an der Hochschule Nürtingen-Geislingen leitet er das IVD-Marktforschungsinstitut, das für die Analyse Verkaufsportale auswertete. Es gebe dann eine wellenartige Preisanpassung, so Kippes im MM. Weil etwa Germering ausgeschöpft sei, werde das weiter draußen gelegene Landsberg irgendwann zum Münchner Einzugsbereich.

Weiter abgelegene strukturschwächere Bereiche jenseits der Metropolregionen blieben dann vermutlich abgehängt: „Es gibt Gemeinden in der Oberpfalz und in Franken, da kämpfen Bürgermeister um jeden einzelnen Einwohner“, sagt Kippes.

Prof. Holger Magel, Ehrenpräsident der Akademie Ländlicher Raum und ehemaliger Chef der Ländlichen Verwaltung im Landwirtschaftsministerium, sieht die Sache ähnlich: „Es nützt wenig, wenn das Umland nach einiger Zeit genauso vollläuft wie die Stadt.

Interessant wären laut Magel für ‚Stadtflüchtlinge‘ Dörfer jenseits des Speckgürtels, die zwar zum Fahren zu weit sind, jedoch die Infrastruktur bieten können: Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, weiterführende Schulen und nicht zuletzt Kultur und Gastronomie. „Aber da geht es um mehr: um eine durchgängige Digitalisierung der ländlichen Räume, damit Firmen, Start-ups, Gründer und deren Arbeitnehmer sich im ländlichen Raum niederlassen und von dort mit der Welt kommunizieren können.“

Verpflichtendes Ziel müssten gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen im ganzen Land sein.

Hier noch der Link zur TZ.

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