Deutscher Wetterdienst (DWD) löst Diskussion über Bebauung aus: München auf Frischluftsystem ‚Alpines Pumpen‘ angewiesen / Überblickskarte ‚Regionale Grünzüge‘ (Frischluftschneisen)

Mit seiner Studie zum sog. ‚Alpinen Pumpen‘ , dem Frischluftsystem zwischen den Alpen und München, bringt der Deutsche Wetterdienst (DWD) jetzt eine überfällige Diskussion über die Folgen geplanter Bebauung in München und Umland in Gang. Die Freihaltung unbebauter Flächen am Münchner Stadtrand ist ein zentrales Anliegen der München-Liste (Karte Regionale Grünzüge des Regionalen Planungsverbands).

Die von Neubiberg und Unterhaching geplante Bebauung in und an der Frischluftschneise Hachinger Tal, die für die Versorgung der Stadt mit kühler, frischer Luft erforderlich ist, muss nach Meinung der München-Liste jetzt neu bewertet werden, ebenso wie mögliche Planungen der Stadt München am südlichen Stadtrand. Nun sind tiefergehende, mikroklimatische Gutachten notwendig.

München-Liste-Stadtrat Dirk Höpner hatte gerade erst (30.06.2020) bei Oberbürgermeister Reiter nachgefragt, warum ein 2019 vom Stadtrat beschlossenes mikroklimatisches Gutachten noch nicht einmal beauftragt ist.

In einem Beitrag zur DWD-Studie berichtet die SZ (06.07.2020) über die Kritik der München-Liste und der Bürgerinitiative ‚Frischluftzufuhr für München‘; Dirk Höpners Nachfrage hat sich gelohnt: „Unterdessen kommt Kritik an der Stadt von der Bürgerinitiative ‚Frischluftzufuhr für München‘ und der München-Liste im Münchner Stadtrat. Sie bemängeln, dass das mikroklimatologische Gutachten noch immer nicht beauftragt sei.“

Der DWD schreibt in der Studie, die er in Kooperation mit dem städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) erstellt hat: „Die Temperaturmessungen in München zeigen eine deutliche Zunahme der mittleren Jahrestemperatur seit Messbeginn 1955. 2018 war das seither wärmste Jahr und mit 11,4°C um 1,9°C wärmer als der langjährige Durchschnitt (1971-2000). Auch die Anzahl der Hitze- und Sommertage und somit die Wärmebelastung haben deutlich zugenommen.“

Weiter heißt es: „München als Großstadt ist von den wärmeren Temperaturen deutlich stärker betroffen als das Umland und auf eine Durchlüftung durch das regionale Windsystem ‚Alpines Pumpen‘ angewiesen. Bei diesem Zirkulationssystem weht tagsüber der Wind in Richtung Alpen und nachts strömt kühle Luft aus den Alpen in Richtung Stadt.“

Hier die Zusammenfassung der Ergebnisse und die Pressemitteilung des DWD.

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