Traditionelle Münchner Gehwegplatte aus Beton: Umweltfreundliche Alternativen prüfen!

Viele Münchnerinnen und Münchner sind mit ihr aufgewachsen, aber besonders umweltfreundlich ist sie nicht: Die Münchner Gehwegplatte, ein echter Klassiker. Deshalb haben Dirk Höpner von der München-Liste und seine Stadtratsfraktion ÖDP/FW jetzt in einem Antrag die Suche nach Alternativen angeregt. Hier der Antrag im Wortlaut (31.03.2021):

Antrag: Münchner Gehwegplatte – Umweltfreundliche Alternativen prüfen

Die Landeshauptstadt München prüft, ob an geeigneten Orten im Münchner Stadtgebiet statt der Münchner Gehwegplatte aus Beton ein umweltfreundlicherer Bodenbelag aus Klinker oder Ziegel eingesetzt werden kann.Dabei ist auf eine möglichst lange Haltbarkeit und die Barrierefreiheit zu achten

Begründung:

35 Quadratzentimeter ist die Münchner Gehwegplatte groß. Ihr Kohlenstoffdioxid(CO2)Fußabdruck ist aber bedauerlicherweise deutlich größer. Sie besteht nämlich aus Beton, einem der größten Klimakiller überhaupt. Für die Herstellung von Beton benötigt man Zement und bei dessen Herstellung entstehen weltweit etwa 2,8 Milliarden Tonnen CO2. Das sind rund acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, was einem höheren CO2Ausstoß entspricht, als Flugverkehr und Rechenzentren gemeinsam verursachen.(1)

Und das ist erst die Hälfte der Emissionen, die ausgestoßen werden. Bei dem Herstellungsprozess werden Kalkstein und weitere Inhaltsstoffe gemahlen und auf mehr als 1400 Grad Celsius erhitzt. Um diese hohen Temperaturen zu erreichen, werden sehr oft noch fossile Rohstoffe verbrannt, was die negative Wirkung auf das Klima verdoppelt.(2)

Klinker und Ziegel hingegen werden aus natürlichen Rohstoffen wie Ton, Lehm oder tonhaltigen Massen hergestellt. Daher sind sie recycelbar. Ihr Gefüge ist dicht und druckfest, was sie belastbar, wetterfest und haltbar macht. Zwar müssen auch diese Stoffe erhitzt werden, die benötigten Temperaturen liegen aber unter denen von Zement.(3)

Auch vor „Grauen Eminenzen“ dürfen technischer Fortschritt und Klimaschutz nicht Halt machen. In Zeiten des Klimanotstands sollte sich die Landeshauptstadt München daher von ihrem traditionellen Bodenbelag trennen und auf klimafreundlichere Baustoffe setzen.

1) https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/klimaschutz-klimakiller-beton-so-will-die-deutsche-zementindustrie-co2-neutral-werden-/26652040.html

2) https://www.tagesspiegel.de/wissen/die-klimaschaedliche-gier-nach-zement-klimakiller-beton/25033772.html

3) www.oekologisch-bauen.info/baustoffe/dach/fassaden/klinker.html

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