Pressemitteilung vom 23.01.2026 –
München steckt in einer historischen Wohnraumkrise – und gleichzeitig stehen Millionen Quadratmeter Gewerbe- und Büroflächen leer. Mit zwei umfassenden Stadtratsanfragen legt die München-Liste offen, was die Stadtspitze bislang konsequent vermeidet: Transparenz über Leerstand, Fehlplanung und blockierte Umnutzungspotenziale.
„Während Mieten explodieren und Familien aus der Stadt gedrängt werden, verwaltet München Leerstand – und baut weiter daran vorbei“, sagt Stadtrat Dirk Höpner (München-Liste).
Gewerbeleerstand wächst – aber die Stadt baut weiter
Nach aktuellen Zahlen liegt der Leerstand bei Gewerbeimmobilien bei über 8 Prozent, das entspricht rund 1,87 Millionen Quadratmetern. Zählt man Flächen im Bau hinzu, liegt das Angebot bereits bei rund 10 Prozent – mit steigender Tendenz. Trotzdem werden weiterhin neue Büro- und Gewerbeflächen genehmigt, ohne offenzulegen, wofür eigentlich noch Bedarf besteht.
„Das ist keine vorausschauende Stadtentwicklung, das ist politische Realitätsverweigerung“, so Höpner. „Erst bauen, dann leer stehen lassen – und gleichzeitig erklären, man könne nichts gegen Wohnungsnot tun.“
Umwandlung von Gewerbe in Wohnen: Kein Überblick, keine Strategie, kein Wille
Die zweite Anfrage der München-Liste zielt direkt auf den Kern des Problems: Gibt es überhaupt systematische Umwandlungen von leerstehenden Büros und Gewerbeflächen zu Wohnraum – und wenn ja, wo?
Die Antwort darauf kennt derzeit offenbar nicht einmal die Stadt selbst. Es gibt:
- keine vollständige Projektliste,
- keine Negativliste großer Leerstände ohne Umnutzungsprüfung,
- keine belastbare Potenzialabschätzung bis 2030,
- keine verbindliche Prüfroutine, ob leerstehende Gewerbeflächen für Wohnen geeignet wären.
„In einer Stadt mit derartigem Wohnungsdruck ist das ein politisches Versagen“, kritisiert Dirk Höpner. „Andere Städte wandeln um – München erklärt, warum es angeblich nicht geht.“
München-Liste zwingt Verwaltung zur Offenlegung
Die beiden Anfragen sind bewusst so formuliert, dass ausweichende Antworten nicht mehr möglich sind. Gefordert werden unter anderem:
- eine vollständige Projektliste aller Umwandlungsversuche seit 2020,
- eine Liste der 30 größten leerstehenden Gewerbeobjekte ohne Umnutzung,
- konkrete Angaben zu Ablehnungsgründen, Bearbeitungszeiten und Zuständigkeiten,
- sowie eine quantifizierte Umnutzungsstrategie bis 2030.
„Wenn die Stadt sagt, sie habe keine Daten, dann ist das kein Argument – sondern ein Skandal. Denn diese Daten müssten in einer funktionierenden Verwaltung längst vorliegen“, so Höpner.
Wohnungsbau scheitert nicht an Platz – sondern an politischem Willen
Für die München-Liste ist klar: Der Engpass ist nicht der Raum, sondern der Wille zur Umsteuerung. Während Haushalte bei Neuvermietung über 24 Euro pro Quadratmeter zahlen müssen und städtische Gesellschaften mit einem Drittel davon auskommen, bleiben zentrale Flächen ungenutzt oder werden spekulativ gehalten.
Höpner: „Wer in dieser Situation weiter Büros plant und Umnutzung blockiert, handelt nicht neutral – sondern gegen die Interessen der Münchnerinnen und Münchner.“
