Mehr heimische Blumenwiesen für Kleinsttiere und Insekten im Straßenbegleitgrün

Es gibt immer weniger heimische Blumenwiesen und damit auch weniger Kleinsttiere, Insekten und Vögel. München-Liste Stadtrat Dirk Höpner beteiligt sich daher an einem Antrag seiner Fraktion ÖDP/FW, der für den Umbau von Straßenbegleitgrün in Lebensraum sorgen soll. Hier der Antrag im Wortlaut (02.03.2021):

Antrag: Umgestaltung im Straßenbegleitgrün – mehr heimische Blumenwiesen für den Ausbau des städtischen Lebensraumes von Kleinsttieren und Insekten

Die Stadtgärtnerei ersetzt in allen Münchner Stadtbezirken, in Zusammenarbeit/auf Vorschlag des jeweiligen Bezirksausschusses in einem Pilotprojekt zunächst jeweils ca. 10% des Straßenbegleitgrüns gegen heimische Blumenwiesen, um den städtischen Lebensraum von Kleinsttieren und Insekten zu stärken und auszubauen.

Die Bezirksausschüsse werden aufgefordert, bis Herbst 2021 aus Ihrer Sicht vor Ort besonders geeignete Anteile des Straßenbegleitgrüns für das Pilotprojekt zu benennen. Die Stadtgärtnerei wählt daraus die aus fachlicher Sicht bestgeeigneten Anteile aus (die angestrebte Flächenmenge liegt dabei in jedem Stadtbezirk bei jeweils ca. 10% der existenten Flächen an Straßenbegleitgrün). Die Umsetzung der Bepflanzungsänderung erfolgt im Winter/Frühjahr 2021/22.

Eine Evaluierung der Pflanzänderungen unter Berücksichtigung der erfolgten Mehrung von Kleinsttieren und Insekten sowie ggf. einerErhöhung von Menge und Artenvielfalt heimischer Vögel erfolgt in 2024 mit dem Ziel, den Anteil an heimischen Blumenwiesen in der Stadt zu Lasten von und/oder ergänzend zu Straßenbegleitgrün weiter deutlich auszuweiten.

Begründung:

Der bedauerliche Rückgang von Kleinsttieren und Insekten sowie der daraus resultierende Rückgang von heimischen Vögeln sowohl in ihrer Artenvielfalt wie auch in ihrer Gesamtzahl besonders in den Städten ist nicht nur sehr bedauerlich, sondern nicht nur erst seit dem Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ auch wissenschaftlich belegt. Wesentliche Ursache ist dabei der andauernde Rückgang an geeigneten Grün-und Pflanzenflächen sowie die teilweise geringe Pflanzenvielfalt auf den wenigen, noch vorhandenen Flächen.

Eine erkleckliche Anzahl an Kommunen, deren Gebiete an die Stadt München angrenzen, haben in den vergangenen Jahren erfolgreich Straßenbegleitgrün in zunehmendem Maße durch heimische Blumenwiesen ersetzt. Im Ergebnis nahmen Art und Mengen an Kleinsttieren und Insekten wie auch heimischen Vogelarten erkennbar zu, die Optik der Straßen während der ganzjährigen Blühphasen wurde insgesamt verbessert und der Pflegeaufwand (nur einmalig, äußerstenfalls zweimalig/Kalenderjahr) konnte beträchtlich reduziert werden.

Insgesamt kann man in allen diesen Fällen von einer so genannten mehrfachen „WIN-Situation“ sprechen, die nach erfolgter Erstinvestition mittelfristig zudem kostensenkend wirkt.